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Was ist ein Projekt? – Eigenschaften & Definition

von | Dez 24, 2020 | Agilität, Projektmanagement | 0 Kommentare

Was ist ein Projekt? Klingt eigentlich nach einer ziemlich simplen Frage, oder? Immerhin begegnen wir dem Wort in unserem Alltag beinahe täglich. Doch was genau ist denn nun wirklich ein Projekt und was nicht? In diesem Artikel erklären wir dir die fünf Eigenschaften, die ein Projekt von anderen Unterfangen abgrenzt. Viel Spaß beim Lesen!

Was ist ein Projekt? – 5 Eigenschaften

Im Alltag sprechen wir häufig von Projekten und meinen damit die unterschiedlichsten Dinge. Vom Baumhausbau mit der kleinen Tochter, über den Einkauf für das Mittagessen bis hin zu einer Hausarbeit für die Uni haben wir schon alles gehört. Als Experten für das Thema Agilität und Projektmanagement möchten wir an dieser Stelle jedoch gerne einmal eine klare Definition auspacken und folgende Frage eindeutig beantworten: Was ist ein Projekt? Wie eben beschrieben, können Projekte die unterschiedlichsten Formen und Ausprägungen annehmen, was das Projektmanagement nicht gerade erleichter. Dennoch können wir ein Projekt ziemlich klar definieren. Und zwar anhand fünf spezieller Eigenschaften:

#1 – Einzigartig

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Vergleicht man ein Projekt mit einer Aufgabe in der die Linie, wird klar, dass es sich hierbei um nicht wiederholende Tätigkeiten handelt. In der Linie macht man hingegen – stark vereinfacht gesagt – jeden Tag annähernd dasselbe. Als Controller vergleicht man Berichte, berät mit dem Management, als Risiko-Manager identifiziert man Risiken und bewertet sie, als Sachbearbeiter bearbeitet man Auftragseingänge. Im Projekt hingegen erwartet einen täglich eine neue Herausforderung. Man entwickelt und entwirft neue Dinge. Es kommen ständig neue Aspekte zum Vorschein, die im Vorhinein überhaupt nicht klar waren. Die „Einzigartigkeit“ kann man sogar noch weiter fassen: Geht man doch davon aus, dass sogar die Aspekte, die auf den ersten Blick einem anderen ähneln, völlig einzigartig sind.

Dieser Gedanke ist hochinteressant, könnte ein Kritiker dieser Definition doch behaupten, dass wir 2012 bereits die 30. Olympiade der Neuzeit organisieren (in der Geschichte von Olympia noch deutlich mehr). Dieser Gedankengang ist dahingehend schnell zu entkräften, wenn man sich die für die Olympiade 2012 vorhandenen Gegebenheiten anschaut. Neues Jahrzehnt, anderer Kontinent als die letzte Olympiade (China), damit andere Mentalität bei den Mitarbeitern, das Land ist von den finanziellen Mitteln anders aufgestellt etc. So übrigens unterscheiden sich Projekte innerhalb eines Unternehmens auch. Die Abteilungen stellen unterschiedliche Mitarbeiter, haben unterschiedliche Budgets, immer ein unterschiedliches Kernziel etc.

#2 – Begrenzt

Geht man von einer Linienorganisation aus, ist hierbei grundsätzlich kein zeitlicher Horizont angedacht. Die Abteilung geht in dem Moment des Existierens davon aus, dies auf unbestimmte Zeit zu tun. Vergleicht man diese Einstellung mit einer Projektorganisation, fällt auf, dass hierbei sehr unterschiedliche Ausprägungen vorhanden sind. Ein Projekt ist von Natur aus begrenzt. In erster Linie natürlich zeitlich, da ein klar definiertes Ende geplant ist. Freilich sind auch die anderen Projektdimensionen wie Budget oder Qualität etc. begrenzt bzw. vorgeschrieben, schaut man hier jedoch auf das klassische Pendant eines Projekts – die Linie –, stellt man fest, dass auch die Linienorganisation durchaus eine budgetäre und qualitative Rahmenvorgabe hat. In Großunternehmen sind eigene Abteilungen im Rahmen etwaiger Controlling-Offensiven oft sogar als ein Cost- oder Profitcenter definiert. Somit wird klar, dass die hier angesprochene Begrenzung sich in erster Linie auf den zeitlichen Aspekt eines jeden Projekts beschränkt.

#3 – BereichsĂĽbergreifend

Ein Projekt stellt in seiner Vollkommenheit seine Interdisziplinarität, also sein fachspezifisch übergreifendes Know-how unter Beweis. In einem Projekt treffen viele unterschiedliche Fachexperten, oft aus verschiedenen Unternehmen, aus verschiedensten Ländern und Kulturen, manchmal sogar zu völlig unterschiedlichen Zeitzonen aufeinander. Der einzige Nenner all dieser Mitarbeiter ist nur das Projekt. Das bedeutet auch, dass Menschen, die aus so unterschiedlichen „Welten“ aufeinanderstoßen, ein enormes Konfliktpotenzial in sich bergen. Wenn sich jedoch dieses neue Projektteam, die verschiedensten Entwickler, die unterschiedlichsten Berater sich erst einmal eingeschwungen haben, ist die Produktivität enorm. Bei einer Linienorganisation ist die Funktion „bereichsübergreifend“ natürlich deutlich untergeordnet. Arbeiten doch hier die meisten Mitarbeiter dauerhaft mit. Das hat natürlich den enormen Vorteil, dass jeder seine Rollen und Verantwortlichkeiten kennt und diese nicht noch – wie in einem neuen Projekt – festgelegt werden müssen.

#4 – Unsicher

In der Annahme, dass ein Risiko in der betriebswirtschaftlichen Welt nicht per se als negativ, sondern vielmehr „wertfrei“ hinzunehmen ist, bezieht sich die Beschreibung „unsicher“ in erster Linie auf die Zielerreichung, die durch viele Bedrohungen, also der negativen Ausprägung einer Unsicherheit, sowie einigen Chancen, den positiven Ausprägungen einer Unsicherheit, gekennzeichnet ist. Das Thema „Risiko“, das sich dahinter vereint, wird in der Geschichte des strukturierten Projektmanagements inzwischen als „Dauerbrenner“ erkannt.

Das Gute: Fast alle Projektmanager wissen inzwischen, wie wichtig es ist, überhaupt Risikomanagement zu betreiben. Das Schlechte: Von einem effektiv effizienten Risikomanagement ist der Großteil der Projekte noch sehr weit entfernt. Natürlich, im Daily Business ist es oft stressig. Und natürlich rücken dort Themen, die auf den ersten Blick nicht sehr viel zur Projektumsetzung beitragen, oft sehr schnell in den Hintergrund. Jedoch sollte man sich als Projektmanager in diesem unsicheren Umfeld, in dem man sich im Projekt-Business naturgemäß bewegt, unbedingt mit dem stiefmütterlich behandelten Thema Risikomanagement mehr als nur ein bisschen auseinandersetzen.

#5 – Verändernd

Der Grund für die Durchführung eines Projekts ist, einem aktuellen Zustand entgegenzuwirken und/oder einen anderen Zustand herzustellen. Ein Projekt ist somit mit dem Ziel eingerichtet, eine Veränderung herbeizuführen.

Zusammenfassung: Was ist ein Projekt?

Laut klassischer Definition ist ein Projekt also einzigartig, zeitlich begrenzt, bereichsĂĽbergreifend, unsicher und verändern. ErfĂĽllt ein Vorhaben alle fĂĽnf Eigenschaften, dann ist es in der Tat ein Projekt. Also, welches scheinbare „Projekt“ wirst du als Erstes einem Faktencheck unterziehen? Deine Hausarbeit? Der Baumhausbau mit deinem Sohn? Wir hoffen wir konnten dir mit dieser kurzen Definition weiterhelfen.

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