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8 Tipps, um die Kommunikation im Team zu verbessern

von | Apr 2, 2021 | Agilität | 0 Kommentare

Warum die Kommunikation im Team verbessern? Gute Kommunikation im Team ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgs dieses Teams. Doch nicht erst seit Zeiten von Corona und Home Office stellt Kommunikation eine immer größere Herausforderung für viele Teams und Menschen dar. Wie man an der Kommunikation im Team arbeiten und diese stärken kann, findest du im folgenden Artikel. 

 

Mehrere Personen, die zusammen an einem Projekt oder in einem Unternehmen arbeiten sind noch lange kein Team. Ob es sich bei einer Gruppe von Menschen nur um genau das, also eine Arbeitsgruppe oder ein wirkliches Team handelt kann man schnell an der Arbeitsweise und vor allem auch der Kommunikationsweise unter den Menschen erkennen. Echte Teams wissen, dass Zusammenarbeit sie voranbringt und dass ihre Diversität einen Vorteil und kein Hindernis darstellt. Vor allem im agilen Arbeiten wird sehr viel Wert auf Kollaboration und Teamfähigkeit gelegt. Agile Teams arbeiten selbstorganisiert. Deshalb müssen die Teammitglieder darauf vertrauen, dass sie gut miteinander funktionieren und zusammenarbeiten können.

Und damit ein Team gut funktioniert, müssen die Teammitglieder auch dementsprechend kommunizieren, Fehler aufzeigen aber auch Arbeit anerkennen und Loben können.

Teamkommunikation in verschiedenen Teamkulturen

Wie auch im Privatleben kommunizieren auch im Team und in der Arbeitswelt nicht alle Menschen gleich. Wie Personen mit anderen sprechen und sich ihnen gegenüber verhalten ist meist von der Beziehung zwischen ihnen abhängig. Allerdings auch von verschiedenen Charaktereigenschaften der einzelnen Personen. Auch in Teams kann es unterschiedliche Dynamiken geben. Diese können förderlich sein, oder aber der Effizienz und Produktivität im Team schaden. Um die Kommunikation im Team zu verbessern, ist es wichtig erst verschiedene Arten von Teams und deren Kulturen zu verstehen.

Verschiedene Arten von Teamkulturen

Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick erkennt vier verschiedene Dimensionen von Teamkulturen.

Die 4 Dimensionen von Teamkultur von Paul Watzlawick (1969)

  • Zweckgemeinschaft

  • Spitzenteam

  • Kuschelteam

  • Underachiever Team

Diese sind in der folgenden Grafik visualisiert.

Teamkultur Pauk Watzlawick

Watzlawick erkennt dabei die Synergie zwischen der Beziehungs- und der Sachorientierung. Wenn beide Orientierungen in hohem Ausmaß auftreten und in Balance liegen, kann ein Spitzenteam entstehen.

Ein Aspekt, der sich sowohl in der Sach- als auch in der Beziehungsorientierung äußert, ist die Kommunikation unter den Teammitgliedern. Sie hat Einfluss auf die Beziehung der einzelnen Personen und auf die Qualität der Arbeit, für die sie gemeinsam zuständig sind.

Was Watzlawick in einem seiner 5 Axiome der Kommunikation außerdem feststellt, ist „Du kannst nicht nicht kommunizieren“. Damit meint er, dass Menschen nie nicht miteinander kommunizieren. Selbst wenn eine Person still im Raum steht und auf den Boden starrt, kommuniziert sie mit den Menschen in ihrem Umfeld. Sie signalisiert anderen im Raum, dass sie eben gerade nicht kommunizieren möchte. Klingt paradox, ist aber genauso (laut Watzlawick).

Um also die Beziehungsebene und die Sachebene untereinander zu fördern und die richtige Balance zu finden, können Teammitglieder verschiedene Dinge beachten. Regelmäßige Reflexionen mit und innerhalb des Teams sorgen beispielsweise dafür, dass Konflikten vorgebeugt wird.

Kommunikationsmodelle

Bevor wir uns den Tipps widmen, um die Kommunikation im Team zu verbessern, sehen wir uns erst mal die Kommunikation an sich etwas genauer an.

Das Eisbergmodell

Das Eisbergmodell ist eines der bekanntesten Kommunikationsmodelle und stammt von keinem geringeren als dem bekannten Psychoanalytiker Sigmund Freud. Er behauptete, dass menschliche Kommunikation zum Großteil im Verborgenen geschieht. Wie bei einem Eisberg findet nur etwa 20% der Kommunikation an der Oberfläche statt, während das meiste unbewusst oder „vorbewusst“ passiert. Deshalb ist Kommunikation unter Menschen oft sehr komplex und von vielen Missverständnissen geprägt.

5 Axiome von Watzlawick

Die bereits erwähnten fünf Axiome von Watzlawick haben auch ihren beachtlichen Fußabdruck in der Geschichte der Kommunikationswissenschaft hinterlassen.

Die 5 Axiome von Paul Watzlawick:

  1. Man kann nicht nicht kommunizieren

  2. Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt

  3. Kommunikation ist immer Ursache und Wirkung

  4. Menschliche Kommunikation bedient sich analoger und digitaler Modalitäten

  5. Kommunikation ist symmetrisch oder komplementär

4-Ohren Modell nach Schulz von Thun

Der deutsche Psychologe und Kommunikationswissenschaftler Schulz von Thun besagt in seiner Theorie, dass Menschen auf vier Ebenen, bzw vier Ohren Kommunizieren. Diese sind:

  • Der Sachaspekt: Worüber spricht jemand?

  • Die Selbstaussage: Was offenbart jemand über sich?

  • Der Beziehungsaspekt: Wie steht jemand zu mir?

  • Der Appell: Was will jemand von mir?

Das 4-Ohren Modell soll verdeutlichen, dass Aussagen von unterschiedlichen Personen immer unterschiedlich aufgenommen werden können.

Kommunikation im Team verbessern

 

Wir identifizieren Kommunikation also als einen der wesentlichen Faktoren, der aus einem Team ein Spitzenteam machen kann. Wenn Kommunikation innerhalb eines Teams für alle zufriedenstellend verläuft, macht sich das auch im Output und der Produktivität bemerkbar.

Mit den oben genannten Kommunikationsmodellen im Hinterkopf lassen sich bereits viele Missverständnisse vermeiden, beziehungsweise diese im Nachhinein nachvollziehen und klären. Wichtig ist außerdem, dass eine offene und gute Gesprächskultur allen Teammitgliedern ein Anliegen sein sollte. Jeder und jede im Team kann an sich arbeiten, um das Zusammenarbeiten noch angenehmer zu gestalten.

8 Tipps, um die Kommunikation im Team zu verbessern

  1. Regelmäßiges Reflektieren der Zusammenarbeit

Durch regelmäßige Reflexion lassen sich kontinuierlich Hindernisse und mögliche Dispute frühzeitig aufzeigen und besprechen. In Scrum Projekten nennt sich diese Reflexion Retrospektive. Sie findet am Ende jeder Iteration statt und ermöglicht es den Teammitgliedern, spielerisch zu erläutern, was in der Zusammenarbeit gut lief und was nicht. So kann das SCRUM Team Lehren aus der letzten Iteration ziehen und sich für die kommende wappnen.

Eine beliebte Übung dabei ist beispielsweise „Liked, Learned, Lacked“ bei dem die Teammitglieder auf Post-Its schreiben, was sie in der vergangenen Iteration (Sprint) mochten, gelernt haben und was für sie zu wenig Beachtung bekommen hat. Die Retrospektive wird von einem Teammitglied organisiert (bei SCRUM vom SCRUM Master) und ist obligatorisch für alle im Team.

  1. Regelmäßiges Reflektieren der Produktentwicklung

Ähnlich wie bei Punkt 1 geht es bei diesem Punkt um Reflexion. Diesmal aber in Bezug auf die Produktentwicklung, bzw die Arbeit selbst. In SCRUM Projekten wäre dieses „Event“ die Sprint Review. Hier wird – oft gemeinsam mit Kunden oder Auftraggebern – der Fortschritt der vergangenen Iteration besprochen. Zusammen zu reflektieren ist für ein Team eine der wohl wichtigsten Tätigkeiten, um effizient miteinander zu arbeiten und zu kommunizieren.

Niemand darf verurteilt werden, wenn er oder sie die Wahrheit sagt, Gefühle äußert oder auch Kritik ausspricht. Gespräche müssen auf Augenhöhe geschehen und alle Beteiligten müssen ernstgenommen werden.

 

Warum SCRUM deinem Team gut tun wird? Hier sind 6 Gründe dafür!

  1. Die richtigen Werte im Team leben

Im Team muss jedes Mitglied die Möglichkeit haben und sich trauen, ehrlich zu sein und womöglich auch Kritik zu äußern. Um den „safe space“ zu schaffen, der genau das ermöglicht, müssen gewisse Werte im Team vorherrschen. Hier lässt sich ganz einfach auf die 5 Werte von Scrum zurückgreifen. Bei einem Projekt, das mit Scrum gemanagt wird, gibt es 5 Werte, die im Team gelebt werden müssen: Respekt, Offenheit, Mut, Commitment, Fokus. Vor allem die Werte Respekt, Offenheit und Mut sorgen für ein angenehmes Miteinander in dem Teammitglieder alle Themen ansprechen dürfen und möchten.

Außerdem ist es wichtig, dass alle im Team Wert auf ein gutes Miteinander legen und sich dafür auch etwas ins Zeug legen. Denn nur wenn Teamwork im Sinne aller ist, kann es auch gut funktionieren.

  1. Transparenz schaffen

In Teams, die transparent arbeiten und miteinander umgehen entstehen meist nur schwer Missverständnisse. Ohne sich dabei kontrolliert zu fühlen, sollte es den Teammitgliedern möglich sein, zu wissen woran die anderen gerade arbeiten. Dadurch wird auch die Zusammenarbeit einfacher, wenn einzelne Schritte voneinander abhängig sind.

  1. Vertrauen und fairen Umgang schaffen

Eine der wichtigsten Charakteristiken einer guten Zusammenarbeit ist gegenseitiges Vertrauen. Wer darauf vertrauen kann, dass seine Kolleginnen und Kollegen ihre Aufgaben erledigen, im Sinne des Teams agieren und füreinander einstehen, fühlt sich wohl und arbeitet dementsprechend gerne und gut in diesem Team. Um Vertrauen zu generieren sind hier klassische Teambuilding-Events oder Workshops von Vorteil. Die Teammitglieder können sich besser kennenlernen, womöglich Freundschaften aufbauen und das Vertrauen untereinander stärken.

  1. Geklärte Verantwortlichkeiten

Wenn im Team Klarheit über Verantwortlichkeiten, Zuständigkeiten und Aufgabenverteilung herrscht werden Missverständnisse seltener. Teammitglieder wissen, an wen sie sich wenden müssen, wenn sie Fragen haben oder die Fortsetzung ihrer Arbeit von einer Kollegin oder einem Kollegen abhängig ist. Dadurch werden Kommunikationswege kürzer und effizienter. Die Teammitglieder können selbstorganisierter arbeiten und der Workflow ist im Gang.

  1. Kritik und Lob äußern

Vielen Menschen ist es unangenehm, Kritik zu äußern. Doch Gleiches gilt für das Gegenteil: Einigen Menschen fällt es auch schwer, andere zu loben. Vor allem in Zeiten, in denen grundsätzlich mehr Augenmerk auf Fehler als auf Erfolge gelegt wird. Doch sowohl (konstruktive) Kritik, als auch ehrliches Lob sind essenziell in einer harmonischen Zusammenarbeit. Um sich weiterentwicklen zu können, aber auch um eigene Fehler überhaupt zu erkennen ist Feedback von außen unglaublich wichtig. Sobald im Team Vertrauen und das richtige Mindset herrscht, sollte konstruktive Kritik auch kein Problem für das Gegenübersein.

  1. Ich-Botschaften senden

Viele Kommunikationstheorien legen immer wieder Wert auf die sogenannten Ich-Botschaften. Dabei geht es darum, seinen Gesprächspartnern gewisse Sachverhalte nicht einfach „vorzuwerfen“, sondern sein eigenes Gefühl bei der Thematik zu äußern. Das bedeutet, anstatt zu sagen „Du solltest das besser so machen“ sagt man „Ich glaube, dass XY eine bessere Lösung sein könnte“. Hier vermeidet man den Besserwisser-Effekt und „bevormundet“ die andere Person nicht. Man bietet schlichtweg einen anderen Lösungsweg an. Typische und hilfreiche Anfänge von Ich-Botschaften sind zum Beispiel „Ich habe das Gefühl, dass…“, „Ich fühle mich…“, „Mir ist aufgefallen, dass…“.

Kommunikation ist in keiner Beziehung ein Kinderspiel

Kommunikation ist nie einfach. Wie in den oben beschriebenen Kommunikationsmodellen auffällt, ist Kommunikation nicht nur der gesagte Satz. Wie ein Satz beim Gegenüber ankommt hängt von zahlreichen, verschiedenen Faktoren ab und Missverständnisse sind nie ausgeschlossen. Trotzdem lassen sie sich mit unseren Tipps zumindest reduzieren. Auf diese Weise können Teams effizienter arbeiten, Zeit sparen und vor allem auch mehr Freude an der Zusammenarbeit haben.

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