Was ist Growth Hacking?

von | Jan 26, 2021 | Agilität | 0 Kommentare

Kannst du uns sagen, was Unternehmen wie Hotmail, PayPal, Uber, Slack, AirBnB, Spotify, Instagram und Facebook gemeinsam haben? Alle haben mithilfe des Growth Hacking Prozesses ein scheinbar unaufhaltsames globales Wachstum angekurbelt. Und das Spannende daran: Die Ideen, die das Ganze ausgelöst haben, waren meist banal und sogar kostenlos. In diesem Artikel erklären wir dir, was es mit Growth Hacking auf sich hat und wie auch du diese Methode nutzen kannst, um mit Kreativität und System zum Erfolg zu kommen.

Growth Hacking Definition

Wenn wir den Begriff Growth Hacking hören, schießen uns sofort Bilder von Hackern vors geistige Auge, die mit ihren Kapuzen vor mehreren Bildschirmen sitzen und endlose Zeilen von Code in die Tastatur hauen. Wir können dich an dieser Stelle allerdings beruhigen: Damit hat das Ganze hier nichts zu tun. Schaut man sich die beiden Begriffe an, aus denen sich Growth Hacking zusammensetzt, dann haben wir einmal „growth“ – was so viel wie „Wachstum“ bedeutet – und einmal „hacking“. Letzteres kommt aus der IT und heißt so viel wie „schummeln“ oder zumindest mit einem Trick schneller als Ziel zu kommen.

Wie funktioniert Growth Hacking?

Kombinieren wir die beiden Bedeutungen nun miteinander, haben wir auch schon eine grobe erste Beschreibung von Growth Hacking: Tricks für schnelleres Wachstum. Lass uns das einmal ausführen. Bei dieser Methode geht es darum, kreative Mittel und Wege zu finden, mit denen wir das Wachstum des eigenen Unternehmens oder des eigenen Produktes beschleunigen können. Dafür gibt uns Growth Hacking einen konkreten Prozess mit an die Hand, der das Ganze unterstützt und dafür sorgt, dass es nicht in unübersichtlichen und wahllosen Experimenten ausartet.

Growth Hacking Geschichte

Wo genau hat Growth Hacking denn jetzt ĂĽberhaupt seinen Ursprung? Ganz einfach. Die Methode stammt aus der Start-up-Szene des Silicon Valley. Diese jungen Unternehmen haben meistens zwar groĂźartige Ideen, sowie tolle Produkte aber kein groĂźes Budget fĂĽr Werbung oder Angestellte, die das Marketing betreuen. Was macht man also, wenn man sich keine Platzierung bei der Halbzeit-Show des Superbowls oder teure Ads auf Facebook leisten kann? Man wird kreativ und arbeitet mit dem, was man schon hat.

Wo hat Growth Hacking seinen Ursprung?

Growth Hacking beginnt meistens bereits bei der Gestaltung des eigentlichen Produktes. Warum? Implementiert man die richtigen Features in seinem Produkt, vermarktet sich das Ganze ab einem gewissen Punkt einfach selbst. Ein einfaches Beispiel: Dropbox hat vor seinem Durchbruch ein Feature implementiert, das User dafür belohnt, wenn sie einen Freund anwerben. Das Ergebnis? Bestehende Nutzer wollten die Prämien kassieren und haben deshalb Freunde eingeladen. Diese Freunde wollten natürlich ebenfalls Prämien kassieren. Und so weiter und so fort.

Growth Hacking Prozess

Aber wie kam Dropbox auf diese eine banale, aber geniale Idee, die als Initialzündung für ihr gigantisches Wachstum angesehen wird? Die Antwort auf diese Frage wird dich erstaunen: Sie haben Ideen gesammelt, diese bewertet, anschließend einige davon umgesetzt und aus den Ergebnissen gelernt. Total einfach, oder? Viel komplizierter wird es tatsächlich auch nicht. Es gilt lediglich einige Dinge zu beachten, wie zum Beispiel saubere Hypothesen, ordentliches Ergebnis-Tracking und natürlich eine sinnvolle Analyse und Interpretation.

Wie fängt man mit Growth Hacking an?

Alles, was man für einen erfolgreichen Growth Hack benötigt, ist Kreativität, Geduld, ein rundes System und ein Team, das sich voll und ganz auf Wachstum polt. Um konstant neue Hacks zu testen, greift man hier auf die aus Scrum bekannten Sprints zurück, die im sogenannten Growth Meeting gipfeln. Dort werden neue Ideen ausgewählt und umgesetzte Experimente analysiert. Mit diesem Flow kann man je nach Größe und zeitlicher Kapazität des Teams sehr schnelle eine große Menge kreativer Ideen testen. Geht man das Ganze dabei richtig an, wird mindestens eine erfolgreiche Umsetzung dabei sein.

Growth Hacking Team

Growth Hacking ist im Kern keine klassische Marketing-Technik, viel mehr vereint es Elemente aus Produktmanagement, Marketing und sogar IT miteinander. Klar ist aber auch, dass die Methode immer mehr im Online-Marketing stattfindet, da das Internet endlos viele und vor allem kostenlose Möglichkeiten bietet, das eigene Produkt an die Frau oder den Mann zu bringen. Ein Growth Hacking Team sollte dennoch wesentlich breiter aufgestellt sein, interdisziplinär um genau zu sein. Der Prozess profitiert enorm von unterschiedlichen Expertisen und Meinungen.

Was macht den perfekten Growth Hacker aus?

Im Jahre 2010 hat Sean Ellis – der erste bekannte Growth Hacker – den Begriff des Growth Hackers geprägt, als er sagte, dass ein Growth Hacker eine Person sei, dessen „true north“ das Wachstum sei. Diese Definition kam zustande, als er einen Nachfolger für seine Position als Growth Hacker gesucht hat und merkte, dass es schwierig ist jemanden zu finden, der alle notwendigen Disziplinen beherrscht. Um das Ganze zusammenzufassen: Ein guter Growth Hacker benötigt Kreativität, analytisches Denken und die Fähigkeit mit Social Media- und Online Marketing-Maßnahmen umgehen zu können.

Growth Hacking Beispiel

Wenn wir über eine Definition oder Erklärung von Growth Hacking sprechen, dann darf der erste offizielle Growth Hack natürlich nicht fehlen. Dieser stammt aus dem Jahre 1996, als Sabeer Bathia und Jack Smith Hotmail.com gründeten. Nachdem sie einen Großteil ihres Startkapitals für Radio- und Plakat-Werbung verbrannt hatten, kam ihnen eine geniale Idee. Sie integrierten folgenden Satz in die Fußzeile jeder über Hotmail verschickte E-Mail: „PS: I love you. Get your free E-Mail at Hotmail.com“ und hinterlegten ihre Landingpage via Hyperlink. Das Ergebnis? Über eine Million neue Nutzer nach nur sechs Monaten.

Der erste Growth Hack der Geschichte

Weitere fünf Wochen später knackte man sogar die Marke der zwei Millionen Nutzer. Kurz darauf verkaufte man Hotmail.com mit 12 Millionen Nutzern (bei insgesamt nur 70 Millionen Internetnutzern) an Microsoft. Wieso war der Hack so genial? Damals waren kostenlose E-Mail-Konten eine Neuheit, man hat also schnell die User anderer Plattformen überzeugen können. Und durch den cleveren Trick mit der Fußzeile hat man ganz einfach die organische Reichweite der eigenen Nutzer angezapft und dort mit einem auffälligen Spruch auf sich aufmerksam gemacht.

Zusammenfassung

Growth Hacking ist ein Prozess, der dabei hilft, die eine Idee zu finden, die das Wachstum der Firma oder des eigenen Produktes durch die Decke schießen lässt. An den Beispielen von Hotmail und Dropbox kann man erkennen, dass diese Ideen nicht immer teuer oder weltbewegend sein müssen. Es „reicht“, wenn man ein gutes Produkt hat, seine Zielgruppe kennt und seine Kreativität in Gang bringt. Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass es Geduld und das richtige Mindset erfordert. Nicht jede Idee wird wie eine Rakete zünden, ganz im Gegenteil. Viele Ideen werden nicht die gewünschten Ergebnisse liefern.

Aber das ist gut und wichtig, denn aus Fehlern und Misserfolgen lernen wir. Was uns wiederum dabei hilft, in Zukunft bessere, fundiertere Entscheidungen zu treffen. Ein wichtiger Punkt der Agilität. Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, dann schau dir das Video unter diesen Zeilen an oder sieh dich auf unserem Blog um.

 

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