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Die Scrum Methode kurz erklärt!

von | Aug 3, 2021 | SCRUM | 0 Kommentare

Überall scheint die Rede von ihr zu sein und die meisten Leute wirken überzeugt: Die Scrum Methode. Sie stammt ursprünglich aus der Softwareentwicklung und verspricht zahlreiche Vorteile für Teams und Unternehmen. Wir erklären dir heute, was es mit der Scrum Methode auf sich hat, wie sie funktioniert und ob sie auch für dich Vorteile bereithält.

 

Zusammen stark wie im Rugby: Die Scrum methode

Während die Scrum Methode aus der IT stammt, hat der Begriff seine Herkunft im Sport. Und zwar im Rugby. Dort beschreibt Scrum einen bestimmten Spielzug, bei dem die Teammitglieder dicht aneinander gedrängt stehen. Die Scrum Methode spielt damit darauf an, dass man als Team stärker ist als allein und nur so den modernen Anforderungen gewachsen ist. In Scrum können die Beteiligten zwar auch alleine für sich arbeiten, trotzdem befinden sie sich stets in einem sogenannten Scrum Team – aber dazu später mehr.

Diese Analogie zum Rugby stammt ursprünglich von den beiden japanischen Wirtschaftswissenschaftlern Ikujirō Nonaka und Hirotaka Takeuchi, die in den 80ern erstmals vom sogenannten „Rugby-Approach“ schrieben. Ihr Ansatz besagte, dass sehr komplexe Zusammenhänge und Entwicklungen vor allem durch die räumliche Nähe des verantwortlichen Teams zum Erfolg werden. 

Die Geschichte der Scrum Methode

Obwohl die beiden japanischen Wissenschaftler den Scrum-Begriff bereits in den 80ern prägten, gelten heute Jeff Sutherland und Ken Schwaber als die Begründer der Scrum Methode, da sie den Rugby-Approach um 1995 weiterentwickelten. 2001 veröffentlichten sie erstmals den sogenannten Scrum Guide in dem die Strukturen und Grundzüge der Methode beschrieben sind. Seitdem wird der Guide regelmäßig aktualisiert und passt sich (ganz nach Scrum) neuen Gegebenheiten an.

Sutherland und Schwaber, die gern als die „Väter von Scrum“ bezeichnet werden legen Scrum zwar als offenes Framework dar, behaupten aber dennoch, dass das Rahmenwerk nur durch die Anwendung all der beschriebenen Inhalte von Scrum auch zum versprochenen Erfolg führen kann. Wer die Methode abändert, riskiert dadurch also einen Qualitätsverlust.

 

Agiles Arbeiten mithilfe von Scrum

Die Scrum Methode ist eine sogenannte agile Herangehensweise, was bedeutet, dass sie bestimmte Vorteile, wie Flexibilität und Wendigkeit mit sich bringen soll. In der schnellen und dynamischen Welt mit ihren ständigen neuen Anforderungen bleiben Unternehmen mithilfe von Methoden wie Scrum wendig und schnell.

Innerhalb der Welt der Agilität gibt es zahlreiche, verschiedene Methoden unter denen allerdings Scrum die beliebteste ist. 85% aller Unternehmen, die agil arbeiten, verwenden zumindest zu Teilen das Scrum Rahmenwerk. Doch wieso liegt Agiles Arbeiten so im Trend? Und welche Rolle spielt Scrum dabei?

 

Die großen Stichworte der Agilität lauten unserer Meinung nach Selbstorganisation, Iteratives Arbeiten und Kundenfokus. Diese Punkte sorgen dafür, dass Teams und Unternehmen in ihrer Branche flexibler werden und nicht nur starr einem Kurs folgen. Denn das ist heutzutage erforderlich, um nicht aus dem Markt verdrängt zu werden. Kundinnen und Kunden werden ungeduldiger und sind schnellen Service und unmittelbare Reaktionen gewöhnt. Kann ein Produkt oder ein Unternehmen ihnen nicht genau das bieten, was sich die Kund*innen wünschen, ist es heutzutage viel üblicher, dass sich diese Kund*innen einen anderen Anbieter suchen. Daher ist es erforderlich, auf die Wünsche und Erwartungen der Menschen reagieren zu können.

 

Die Scrum Methode und ihre Bestandteile

Die Scrum Methode dient also dazu, komplexe Prozesse und Strukturen zu vereinfachen und das Produkt, sowie die Zusammenarbeit dabei stets empirisch und iterativ zu verbessern. Dabei baut das Rahmenwerk auf die sogenannte empirische Prozesskontrolle auf. Die Theorie der empirischen Prozesskontrolle beruht auf der Annahme, das Wissen aus Erfahrung entsteht: Und so funktioniert auch Scrum. Teams sammeln immer mehr Erfahrung und können dadurch auch besser werden und dementsprechend auch ihr Produkt verbessern. Die drei Säulen, auf die diese empirische Prozesskontrolle aufbaut sind Transparenz, Überprüfung und Adaption. Das heißt also: Bestehende Prozesse werden begutachtet, Verbesserungspotenzial herausgefunden und die Prozesse werden dementsprechend angepasst und erzielen in Folge eine Verbesserung.

Die weiteren Bestandteile des Rahmenwerks sind die Rollen, Events und Artefakten in einem Scrum Projekt. Dazu mehr in den nächsten Kapiteln.

 

Die drei Rollen eines Scrum Teams

Das ideale Scrum Team besteht – den beiden Gründern zufolge – aus drei bis neun Personen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen mit mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nach Scrum arbeiten könnten. Das Rahmenwerk lässt sich relativ einfach größer skalieren, indem mehrere Scrum Teams gebildet werden.

Ein solches Scrum Team besteht aus einem Scrum Master, einem Product Owner und den Entwickler:innen. Sie arbeiten gemeinsam an der Entwicklung der sogenannten Inkremente. Streng genommen zählen zum Scrum Team auch noch die Stakeholder, obwohl diese nicht aktiv an der Entwicklung des Produktes oder der Dienstleistung beteiligt sind. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Kunden, externe Beteiligte oder Geldgeber.

Der Scrum Master

Die Rolle des Scrum Masters wird in einem Scrum Team von einer Person besetzt. Diese ist dafür verantwortlich, dass das Rahmenwerk im Projekt korrekt implementiert und eingesetzt wird. Gleichzeitig verkörpert er oder sie auch die Rolle eines Coaches, der sich um das Wohl der Entwickler:innen und einen angenehmen Workflow kümmert. Er oder sie kümmert sich also auch darum, dass die Kommunikation von außen mit den Scrum Team auf effiziente Scrum-entsprechende Weise stattfindet.

 

Der Product Owner

Der Product Owner ist, wie der Name vermuten lässt für das Produkt verantwortlich und kümmert sich um dessen Wertmaximierung und den damit verbundenen geschäftlichen Erfolg. Er oder sie hat alle Aufgaben, die für die erfolgreiche Entwicklung notwendig sind im Blick und steht außerdem in Kontakt mit den Stakeholdern, die wiederum Informationen von „außen“, also von der Marksituation darlegen können. Sollte es also zu Änderungen der Produktanforderungen kommen, liegt es am Product Owner, das Entwicklungsteam darüber zu informieren und dessen To-Do’s im Product Backlog dementsprechend anzupassen.

Das sogenannte Product Backlog ist sein ein größtes „Werkzeug“ und ist eine Art Auflistung aller Produktanforderungen.

 

Die Entwicklerinnen und Entwickler

Die Entwickler:innen in einem Scrum Team sind für das „Wie?“ verantwortlich. Sie kümmern sich in einem geschützten Rahmen darum, das zu entwickelnde Produkt Sprint für Sprint fertigzustellen und am Ende eines jeden Sprints ein fertiges Inkrement entwickelt zu haben. Die Entwickler:innen arbeiten innerhalb ihres Teams interdisziplinär. Sie haben also alle verschiedene Kompetenzen und Verantwortlichkeiten und werden nicht nach diesen sortiert und dementsprechend zusammengesetzt.

 

Die drei Artefakte

Die Scrum Methode beinhaltet neben den Rollen und den Events (zu denen wir später kommen) außerdem die drei Artefakte. Ein Artefakt ist eine Art Tool, das zur richtigen Anwendung von Scrum notwendig ist. Denn ohne den Einsatz der Artefakte könnte das Rahmenwerk nicht wie gedacht funktionieren.

 

Das Product Backlog

Das Product Backlog gehört, wie bereits erwähnt zu den Zuständigkeiten des Product Owners. Darin sind alle Anforderungen aufgelistet, die für die Fertigstellung des Produktes notwendig sind. Da diese vielen Anforderungen aber nicht von Tag 1 an vollständig bekannt sein können, ist das Product Backlog „lebendig“, also dynamisch. Es kann jederzeit vom Product Owner angepasst und verändert werden. Aus dem allübergreifenden Product Backlog werden zu Beginn eines jeden Sprints bestimmte Aufgaben gezogen, die in diesem Sprint erledigt werden sollen. Damit befinden sie sich dann im sogenannten Sprint Backlog.

 

Das Sprint Backlog

Um das Sprint Backlog kümmern sich die Entwicklerinnen und Entwickler selbst. Sie ziehen sich zu Beginn des Sprints, die Aufgaben, die sie für diesen Sprint vorsehen aus dem Product Backlog in das Sprint Backlog. Dieses Sprint Backlog kann dann von außen nicht mehr „berührt“ werden. Das ist nur möglich, wenn gewisse Anforderungen, laut Product Owner obsolet geworden sind. Am Ende eines erfolgreichen Sprints, also nach der Erfüllung der jeweiligen Anforderungen sollte ein fertiges Inkrement zustande gekommen sein.

 

Das Inkrement

Das Inkrement ist das „potentially releaseable“ Produkt, das am Ende eines jeden Sprint fertiggestellt werden sollte. Die Betonung liegt hier aber auf „potentially“, da natürlich nicht nach jeder Iteration zwangsweise eine Veröffentlichung stattfinden muss. Allerdings sollte potenziell ein „fertiges“ Produkt oder ein Teil dessen entwickelt sein. 

 

Die fĂĽnf Scrum Events

Als letzten Teil der „Scrum Rules“ stellen wir hier die sogenannten Events, also die regelmäßigen Meetings eines Scrum Projektes vor. Auch diese Events sind für den Erfolg der Methode mitverantwortlich und sollten nicht außen vorgelassen werden, wenn nach Scrum gearbeitet wird. Selbstverständlich findet aber auch außerhalb dieser Events Kommunikation im Team statt.

 

Der Scrum Sprint

In einem Scrum Projekt wird iterativ vorgegangen, also quasi Schritt für Schritt. Diese einzelnen Schritte werden nach Scrum Sprints genannt. Die Länge eines solchen Sprint kann zwischen einer und vier Wochen betragen. Jeder Sprint beinhaltet seine eigenen Produktanforderungen, die sich die Entwickler:innen selbst aussuchen und hat ein Inkrement zur Folge. Außerdem werden alle Sprint am Ende evaluiert, um sich für den nächsten Sprint bereits zu verbessern.

 

Daily Scrum

Das wohl bekannteste Event der Scrum Methode, das auch außerhalb von Scrum gemanagten Projekten viel Beliebtheit erfährt ist das sogenannte Daily Scrum, beziehungsweise einfach nur Daily. Es findet, wie sein Name schon sagt, täglich statt und dauert nie länger als 15 Minuten. Timeboxen sind in Scrum immer streng einzuhalten!

Das Daily darf so gestaltet werden, wie seine Teilnehmenden das möchten. „Zwingend“ dabei sein müssen dabei nur die Entwicklerinnen und Entwickler. Außerdem soll es immer zur selben Zeit und am selben Ort stattfinden. Im Grunde geht es dabei darum, die Entwicklungsarbeit der letzten 24 Stunden zu besprechen und sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten.

 

Das Sprint Planning

Im Sprint Planning, das immer zu Beginn eines neuen Sprints stattfindet, werden die jeweiligen Aufgaben aus dem Product Backlog in das Sprint Backlog gezogen und der beginnende Sprint kann geplant werden. Am Sprint Planning nimmt das gesamte Scrum Team Teil mit dem Scrum Master in der Organisationsrolle.

 

Das Sprint Review

Das Sprint Review ist eines der beiden Events, die am Ende eines Sprints stattfinden. Dabei lädt der Product Owner alle Beteiligten, so wie potenziell auch die Stakeholder ein, um die aktuellen Ergebnisse zu präsentieren und die Entwicklungsarbeit transparenter zu machen. Das Ziel des Sprint Review ist ein überarbeitetes und aktualisiertes Product Backlog.

 

Die Sprint Retrospektive

Das letzte Event in einem Scrum Sprint ist die Sprint Retrospektive, in der nochmal ein Blick auf den vergangenen Sprint geworfen wird. Der Scrum Master bereitet die Retrospektive mit dem Ziel vor, herauszufinden, was im letzten Sprint gut und was nicht so gut lief. Daraus sollen sogenannte Action-Items entstehen, also Punkte, die unverzüglich umgesetzt werden können, um in der nächsten Iteration einen besseren Sprint garantieren zu können.

 

Die Vorteile der Scrum Methode

Obwohl Scrum seinen Ursprung in der Softwareentwicklung verzeichnet, ist die Methode heute lange nicht mehr auf nur eine Branche anzuwenden. Scrum erfreut sich in den unterschiedlichsten Märkten an Beliebtheit – und das weltweit.

Das ist nicht verwunderlich, denn das agile Framework verspricht zahlreiche Vorteile.

  • Die verbesserte Möglichkeit auf äuĂźerliche Veränderungen zu reagieren
  • Vermehrte Updates und Produktreleases
  • Erhöhter Kundenfokus und folglich erhöhte Kundenzufriedenheit
  • Besserer Umgang mit komplexen Projekten und Sachverhalten
  • Erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit

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