5 Gründe, warum SCRUM ohne Hierarchien funktioniert

SCRUM Hierarchie

SCRUM Teams arbeiten selbstorganisiert. Das bedeutet, sie kommen ohne eine Hierarchie aus. Für viele Menschen mag das unrealistisch klingen, doch die agile Methode funktioniert. Wieso und ob der klassische „Chef“ heutzutage überhaupt noch notwendig ist, könnt ihr in diesem Artikel lesen.

 

Die Implementierung von SCRUM bedeutet oftmals das Abschaffen gewisser hierarchischer Positionen und Ränge. Ein SCRUM Team soll selbstorganisiert und interdisziplinär arbeiten. Alle wissen also, was sie zu tun haben und beschaffen sich selbstständig ihre Aufgaben aus einem Pool an Anforderungen. Das Management wird so gut es geht vom Team ferngehalten, denn die Entwickler sollen ungestört arbeiten können. Sie treffen in der Regel nur einmal pro Sprint auf die Stakeholder, und zwar im Sprint Review. In diesem Event kann das Management als Auftraggeber neue Insights geben, speziell bezüglich des Marktes, in dem das Produkt erscheinen soll. Doch das SCRUM Team selbst kommt ohne Führung aus.

 

Das agile Manifest kennt keine Hierarchie

Das beliebteste agile Rahmenwerk SCRUM baut, wie viele andere auf das agile Manifest auf. Darin ist keine Rede von Führungspositionen und strengen Hierarchien. Ein Prinzip des Manifests besagt „Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams“.

Die besten Architekturen, Anforderungen und Entwürfe entstehen durch selbstorganisierte Teams

Und gerade diese Selbstorganisation ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Methode. Voraussetzung für eine funktionierende Selbstorganisation sind selbstverständlich kompetente und vertrauenswürdige Teammitglieder. Der Grundstein für den Erfolg der SCRUM Methode setzt man also schon bei der Zusammensetzung des Teams. Dazu kommt, dass ein SCRUM Team zwischen drei und neuen Mitglieder zählt. Dadurch bleibt es klein genug, um flink zu arbeiten und ist dennoch groß genug, damit keine Arbeit liegen bleibt.

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So funktioniert Aufgabenverteilung ohne Führung

Grundkompetenz eines selbstorganisierten Teams ist Selbstständigkeit. Während des gesamten Projektes wird das sogenannte Product Backlog gepflegt und adaptiert. Das Product Backlog ist ein Pool aus allen Anforderungen, die das zu entwickelnde Produkt letztendlich erfüllen muss. Am Anfang eines jeden Sprints entscheiden die Entwickler im Sprint Planning, welche der Aufgaben sie darin erledigen können und möchten. Durch die sogenannte Definition of Done ist allen Teammitgliedern klar, wann eine solche Anforderung (Sprint Backlog Item) fertiggestellt ist.

Nur der Product Owner hat noch Einfluss auf die Wahl der Items, also der Anforderungen, die in das Sprint Backlog gezogen werden. Denn er oder sie kümmert sich um das Product Backlog und priorisiert die Aufgaben darin. Welche Aufgaben die Entwickler schlussendlich aber für ihr aktuelles Sprint Backlog wählen, liegt ganz bei ihnen

Der Product Owner ist kein CEO

Oftmals wird die Rolle des Product Owner missverstanden und als Manager, Chef oder CEO gesehen. Er oder sie ist zuständig für die Wertmaximierung des Produktes und steht außerdem mit den Stakeholdern in Kontakt. Der Product Owner weiß somit im SCRUM Team am besten über die Anforderungen, den Markt und das Produkt Bescheid. Trotzdem darf er nicht als Führungsperson gesehen werden. Denn die Entwicklungsarbeit wird weiterhin von den Entwicklern übernommen, indem sie selbstständig entscheiden, wann sie welches Item aus dem Product Backlog ziehen und erledigen. Dabei stehen sie eng mit dem Product Owner in Kontakt und berücksichtigen seine oder ihre Einschätzungen bei ihrer Wahl.

Der Product Owner soll demnach auf jeden Fall stets einen Überblick über das Fortschreiten der Entwicklungen und den Wert des Produktes haben, er hat aber keineswegs eine Vollmacht über Entscheidungen und die Aufgaben des Teams. Genau wie der SCRUM Master besetzt er eine essentielle Rolle in einem SCRUM Team, die allerdings genauso wichtig wie alle anderen Rollen ist.

Self-Managing benötigt Vertrauen

SCRUM Teams arbeiten selbstorganisiert, das steht im SCRUM Guide klipp und klar geschrieben. Alleinherrschende Manager haben hier nichts verloren und gerade das kann für viele Unternehmen (die noch alte Strukturen gewöhnt sind) eine schwierige Umstellung bedeuten. Die Position des „Chefs“ wird abgeschafft, dafür tragen die einzelnen Teammitglieder mehr Verantwortung. Auch für die kann das eine neue Herausforderung bedeuten. Viele Menschen denken, sie bräuchten eine Führungsposition, die alle Schritte vorgibt, kontrolliert und somit auch die Verantwortung trägt.

Doch meist stellt sich heraus, dass sich Mitarbeiter noch mehr beweisen können, wenn ihnen mehr Verantwortung übertragen und Vertrauen entgegengebracht wird.

 

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Anpassungen werden ohne Zwischenschritte schneller und mit mehr Know-How getätigt

In vielen Bereichen müssen die Personen, die am nächsten an der Produktentwicklung arbeiten oft lange auf Rückmeldungen, Absegnungen und Problemlösungen warten. Das liegt zum einen an schlechten Kommunikationswegen, zum anderen an unnötigen Zwischenschritten. Um eine Entscheidung absegnen zu lassen, werden häufig Personen hinzugezogen, die in der Realität keine Ahnung von der Thematik haben. Das sind meist mittlere Managementstufen, die in SCRUM völlig obsolet werden. Der SCRUM Guide findet, dass Anpassungen am Produkt auch schnellstmöglich von denen vorgenommen werden sollen, die am meisten mit den Produktentwicklungen zu tun haben. Das sind im SCRUM Team die Entwickler. Ihnen wird genug Vertrauen entgegengebracht, dass sie bei neuen Informationen oder möglichen Hindernissen selbstständig die nötigen Schritte einleiten.

5 Gründe, wieso SCRUM also ohne Führung funktioniert

Fassen wir noch einmal zusammen, weshalb SCRUM seit vielen Jahren auch ohne klassische Führungspositionen erfolgreich genutzt wird.

  1. SCRUM Team Mitglieder sind und arbeiten selbstorganisiert und interdisziplinär – und werden auch nach diesen Kompetenzen ausgewählt

  2. SCRUM Teams sind klein genug, dass es keine unnötigen Führungsebenen braucht

  3. Teammitglieder, denen Vertrauen geschenkt wird arbeiten auch besser und selbstbewusster

  4. Mehrere Führungspositionen verzögern Kommunikationswege und schränken Entwickler in ihrer Arbeit ein

  5. Adaptionen werden von denen vorgenommen, die am nächsten an der Entwicklung arbeiten

Führungsebenen wird es immer geben

Auch wenn SCRUM in seiner Theorie keine Hierarchien vorsieht, wird es natürlich immer Führungsebenen und Positionen geben. Diese sind allerdings nicht im Scrum Team zu finden, da dieses rein aus den Entwicklern, dem Product Owner und dem SCRUM Master besteht. Innerhalb dieses Teams arbeiten die Mitglieder auf einer Ebene, obgleich die unterschiedlichen Rollen auch unterschiedliche Kompetenzen und Aufgaben haben. Führungspersonen finden sich im SCRUM Universum vermehrt in der Rolle der Stakeholder wieder. Sie geben Richtungen vor und verschaffen dem Scrum Team einen Überblick über die Marktsituation.

 

Ungewohnt, aber zielführend

Wir können also festhalten, dass SCRUM auch ohne Führung grandios funktionieren kann und es in den meisten Fällen auch tut. Trotzdem benötigt die agile Transformation in vielen Fällen auch etwas Mut. Die Umstellung auf SCRUM und vor allem das Loslassen von strenger Hierarchie kann für viele Menschen eine Herausforderung sein und bedeutet oftmals eine größere Umgewöhnung. Außerdem gibt es auch schlichtweg Menschen, die sich schwer damit tun, ohne eine festgemachte Führungsperson zu arbeiten, auf die sie sich stützen können. Auf der anderen Seite können manche Personen ihre Machtposition nicht aufgeben und brauchen die Möglichkeit zur Hocharbeitung.

Daher startet der Erfolg eines SCRUM Teams, wie schon erwähnt, bereits bei der Teamzusammensetzung. Hat man die richtigen Teammitglieder gefunden, steht einem erfolgreichen SCRUM Projekt nichts mehr im Weg – auch ganz ohne Chef!

 

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