Vorteile von OKR! (Objectives & Key Results)

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OKR – kurz für Objectives and Key Results – ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Doch warum ist das so? Welche Vorteile bringt das von Google genutzte OKR Framework mit sich? Wir geben dir in diesem Artikel eine Antwort darauf.

Welche Vorteile bringt OKR mit sich?

In diesem Artikel setzen wir uns mit der Frage auseinander, welchen Vorteile die Implementierung und Anwendung von OKR stiften kann. Hierbei sind jedoch eingangs zwei Aspekte zu berücksichtigen. Einerseits muss zwischen unternehmerischem Nutzen, sprich dem gesamten Unternehmen gestifteten Nutzen, und jenem der einzelnen Mitarbeiter unterschieden wer- den. Demnach gilt es eindeutig zwischen gestiftetem Nutzen auf Unternehmensebene und positiven Effekten auf der individuellen Ebene einzelner Mitarbeiter zu differenzieren.

Weiterhin können die nachfolgend erläuterten anzustrebenden Resultate durch OKR lediglich mittels einem optimierten, zielgerichteten sowie individuell angepassten Einsatz generiert werden, im Rahmen welchen es vielerlei Aspekte wie beispielsweise die Unternehmenskultur oder die horizontale und vertikale Ausrichtung der Einführung zu berücksichtigen gilt. Folglich existiert kein allgemeingültiges Rezept für eine erfolgversprechende Einführung, und wir versuchen im Rahmen dieses Artikels ein fundiertes theoretisches Grundwissen sowie einige Werkzeuge und Praxisbeispiele an die Hand zu geben, um die Erfolgswahrscheinlichkeit eines eigendurchgeführten Ansatzes zu erhöhen.

OKR: Vorteile auf Unternehmensebene

Beschäftigen wir uns anfänglich damit, welchen Nutzen OKRs auf der Unternehmensebene, sprich der strategischen Ebene des Unternehmens, leisten können, so ist an dieser Stelle der zielgerichtete Einsatz von Ressourcen aufzuführen. Diese Ressourcenallokation kann als Triage-Effekt bezeichnet werden. Hierbei geht es um ein Gedankenkonstrukt aus der Notfallmedizin, bei dem es sich mit dem optimalen Einsatz knapper Ressourcen auseinanderzusetzen gilt. Die Notaufnahmen von Kliniken sind entscheidende Schnittstelle zwischen Rettungsdiensten und Kliniken.

Sie werden jedoch immer häufiger als primärer Zugang zum Gesundheitswesen gewählt, was der jährlichen Steigerung der Patientenzahlen zu entnehmen ist. Folglich gilt es äußerst genau zu überlegen, wie die wenigen zur Verfügung stehenden Hilfskräfte und Unterbringungsmöglichkeiten zwischen Patienten optimal aufzuteilen sind. Sowohl Kapazitäten als auch Schweregrade müssen klar identifiziert werden, um mit gegebenen Ressourcen einen bestmöglichen Nutzen zu erzielen und möglichst vielen Patienten zu helfen. Genau hier setzen OKRs im unternehmerischen Kontext an.

Starke Ergebnisorientierungagile-transformation

Es geht darum, seine zur Verfügung stehenden Ressourcen eindeutig zu identifizieren und sie innerhalb von drei Monaten sinnvoll einzusetzen, um das bestmögliche Ergebnis, jenes, welches dem Unternehmen den größten Nutzen stiftet, zu erzielen. Hierfür ist eine starke Priorisierung notwendig, d.h. es sind sämtliche Aufgaben und Projekte mit einzubeziehen und jene mit dem höchsten Nutzen für die kommenden drei Monate zu adressieren. Stets nach einem der Grundgedanken agiler Entwicklungs- und Führungsmethoden hilft OKR, neben starker Fokussierung und Priorisierung sowie resultierender maximaler Nutzenstiftung, dabei das erfolgreiche Beenden von Projekten sicherzustellen, statt unzählige Projekte am Laufen zu haben und nur in den wenigsten Fällen die angestrebten Lorbeeren zu ernten. Damit unter- mauern OKRs den Grundsatz „aufhören anzufangen, und anfangen aufzuhören“.

Doch es sind nicht nur die starke Ergebnisorientierung und das Streben nach einer zyklischen Nutzenmaximierung, sondern ebenfalls die mit der Implementierung von OKRs einhergehende Transparenz. Sie stellt sicher, dass je- der Mitarbeiter sich darüber im Klaren ist, worauf er mit seinen Zielen einzahlt und was er von wem an Input erwarten kann, um die eigenen Ziele zu erreichen. So wird sichergestellt, dass in Abstimmung mit anderen Abteilungen verstanden wird, wie sowohl meine als auch deren Arbeit dazu beitragen, ein Gesamtergebnis zu erreichen und das Unternehmen voranzubringen.

Zerschlagen von Silos

Crossfunktionale und kollaborative Umsetzungen innerhalb der gesamten Organisation wirken zudem silobasierten Bereichsegoismen entgegen, stärken die Identifikation mit der Unternehmung und verknüpfen Bereich- und Abteilungsinteressen miteinander. Je nach Ausgestaltung von OKRs entstehen Ziele, die das Arbeiten von Mitarbeitergemeinschaften verschiedener Tätigkeitsfelder stärker forciert und somit bereichsbasierte Zielsetzungen miteinander verknüpft. Die Tatsache, dass im Rahmen einer standardgemäßen Einführung von OKRs – überspitzt gesagt – sowohl jeder Fließbandmitarbeiter die individuellen Ziele sowie deren Einschätzung des Erreichungsgrads des CEOs sehen kann und umgekehrt, stellt jedoch viele Unternehmen vor große Probleme.

Insbesondere stark konservativ geführte und hierarchisch geprägte Unter- nehmen begegnen an dieser Stelle einer enorm großen Hürde, die es zu überwinden gilt. Während eine derartige Transparenz für niedriger angesiedelte Unternehmensebenen ebenfalls ein großer Wandel der täglichen Arbeitskonditionen darstellt und ein gewisses Maß an Eigeninitiative und Anpas- sungsbereitschaft erfordert, so zeigen sich innerhalb höherer Unterneh- mensebenen zusätzlich Problematiken hinsichtlich des Preisgebens täglicher Tätigkeiten und Arbeitsleistungen. In den meisten Fällen sind eine langfris- tige Adaption und Offenheit gegenüber jener organisationalen Umstrukturierung jedoch von Erfolg gekrönt, was auf den nächsten Aspekt zurückzuführen ist: Big Picture.

OKR fördert das eigenständige Handelnteam_icon

OKRs sorgen dafür, dass jeder Mitarbeiter seine eigenständigen Handlungen in den Unternehmenskontext einordnen kann. Das Umdrehen jedes kleinen Steins, das Ingangsetzen jedes Zahnrads wirkt sich auf das übergeordnete Gesamtbild des Unternehmens und dessen Vision aus, und OKRs helfen dabei, Mitarbeiter in diesen Einzahlungsprozess zu involvieren und den Einfluss eines jeden in Bezug auf übergeordnete Ziele zu kommunizieren. Sowohl das Verständnis eines Mitarbeiters, wie genau seine täglichen Handlungen dazu beitragen visionsverknüpfte Unternehmensziele zu erreichen, als auch die Wahrnehmung des eigenen Stellenwertes, dem Verständnis des Einflusses hinsichtlich einer unternehmensinternen Erwartungshaltung, sind in der Lage die intrinsische Motivation unternehmensweit zu stärken und somit die Performance positiv zu beeinflussen.

OKR: Vorteile auf Mitarbeiterebene

Auf individueller Ebene der Mitarbeiter stiftet OKR insbesondere insofern einen Mehrwert für den täglichen Arbeitsalltag, als dass Überforderungen so- wie das resultierende allgegenwertige Empfinden von Stress reduziert werden. Das ist zurückzuführen auf die bereits erwähnten Aspekte einer starken Priorisierung und Fokussierung. Selbstverständlich kann das Erreichen eigener Ziele, eigener Objectives und Key Results, ebenfalls zu Stress führen. Vornehmlich gegen Ende eines Sprints, einem Zeitraum, der in der Praxis immer wieder geprägt ist von Druckgefühlen hinsichtlich der Zielerreichung, entstehen Stress und das Gefühl von Überforderung. Das Tanzen auf weniger Hochzeiten, die Reduzierung aller Möglichkeiten auf einige wenige, die mit gegebenen Ressourcen innerhalb des definierten Zeitraums jedoch erreichbar sein sollten, sorgen jedoch für einen starken Fokus auf die Zielerreichung und somit einer anderen Art des Stressempfindens. Ein Mitarbeiter steckt seine Ressourcen mehr oder weniger vollumfänglich in einige wenige Ziele.

Mit dem Hintergrund der im vorherigen Abschnitt genannten Aspekte auf Unternehmensebene sorgt dies fortführend für eine Steigerung der Motivation sowie letztendlich für zufriedenere Mitarbeiter, insbesondere im Hinblick auf die eigene Leistung. OKRs bieten Mitarbeiten am Ende des Quartals weiterhin eine relativ genaue Möglichkeit der Überprüfung ihrer eigenen Ziele, sprich, ob ein einzelner Mitarbeiter das erreicht hat, was er sich vorgenommen hat. Das klingt auf den ersten Blick etwas komisch und nicht gerade nach einer außergewöhnlichen Innovation. Die Praxis zeigt jedoch, dass viele Arbeitnehmer nicht genau sagen können, inwiefern sie im Beruf nachweislich das erreichen, was sie sich vorgenommen haben. Insbesondere Mitarbeitern, die operativen Tätigkeiten nachgehen, fällt es oftmals gar nicht so leicht, Ziele für ihr Daily Business zu formulieren und auf diese Weise messbare Ankerpunkte zu verfolgen.

Mehr Motivation

Beispielhaft sei an dieser Stelle eine telefonische Servicekraft zu nennen, deren Tätigkeiten sich auf das Beheben kundenbasierter Probleme zusammenfassen lassen. Sie geht halt ans Telefon, wenn es klingelt, und man könnte ggf. entgegengenommene Anrufe sowie gelöste Probleme festhalten. Doch ist dies der Kern jener Arbeit? Im Prinzip wollen sowohl Unternehmen als auch Kunde diesem Anruf entgehen, da es beiden Aufwand bereitet. So ist wohl das größte Problem, welches es zu beheben gilt, dass der Kunde in den meisten Fällen überhaupt einen Anruf tätigen muss. Demnach müsste das Ziel einer Servicemitarbeiterin, deren oberste Priorität die Kundenzufriedenheit ist, letztendlich die Produktverbesserung sein, welche zu weniger auftretenden Problemen führt.

Folgerichtig hat ein Mitarbeiter der Serviceabteilung eine deutlich bedeutendere Funktion, ein bedeutenderes Ziel, nämlich eine langfristige Produktverbesserung sowie Optimierung der prozessualen Abläufe der Produktentwicklung. Es geht darum, wie mit gewonnenem Input aus dem Dialog mit dem Kunden und in Kooperation mit anderen Abteilungen darauf eingewirkt werden kann, das gesamte Produkt zu verbessern und langfristig die Kundenzufriedenheit auf diese Art und Weise zu erhöhen. Ein guter Prozess innerhalb des Kundenservices ist durchaus wichtig, um kurzfristig Probleme aus der Welt zu schaffen, doch langfristig ist es sicherlich wichtiger das Produkt derart zu verbessern, dass weniger Probleme auftreten.

Mehr Klarheit und Transparenzmindset-icon

So sollten sich seitens eines Servicemitarbeiters nicht nur die Problembehebung, sondern ebenfalls die Produktverbesserung in den individuellen Zielen widerspiegeln, was plötzlich sowohl dessen Stellenwert als auch Tätigkeitsfokus mit einem komplett neuen Ansatz versieht und die intrinsische Motivation fördert. Genau hier setzen OKRs an. Sie identifizieren Ansätze und Potenziale sowohl individueller als auch unternehmensweiter Tätigkeiten und versuchen diese einerseits mit einer präzisen Zielorientierung und Messbarkeit zu verknüpfen als auch nach übergeordneten Zielen und dem allgemeinen Nutzen für das Unternehmen auszurichten.

Ein weiterer Aspekt ist die Klarheit bzw. Konsequenz im Umgang mit Opportunitäten und folgend auch mit Mitarbeitern. Neue Opportunitäten bleiben immer spannend, sind jedoch sowohl mit einem Nutzen als auch mit einem Preis versehen. Wenn man sich innerhalb eines Urlaubs für einen Tagesausflug in die nächstgelegene Stadt entschieden hat, auf dem Weg dorthin allerdings einen traumhaften Strand entdeckt, so hat ein kleiner Abstecher einen Preis, da die Zeit und der Mietwagen begrenzte Ressourcen darstellen. Es gilt demnach abzuwägen, ob man Zeit für eine Baderunde investieren möchte und deswegen einen verkürzten Aufenthalt in der schönen Stadt in Kauf nimmt. OKRs helfen in unternehmerischem Kontext dabei Opportunitäten und deren Preis in Bezug auf gegebene Ressourcen richtig einzuschätzen und zu gewichten sowie entsprechende Konsequenzen zu treffen. Hierdurch wird die Sprunghaftigkeit im Alltag der Mitarbeiter reduziert. Selbstverständlich begegnen Mitarbeiter weiteren Projekten und Opportunitäten im Laufe eines Quartals.

Klar formulierte Ziele

Durch OKRs werden diese jedoch nicht einfach zusätzlich hineingepresst, sondern es ist stets zu hinterfragen, ob man bereit ist den entsprehenden Preis einer verringerten Eintrittswahrscheinlichkeit meiner individuellen Zielerreichung zu akzeptieren. Außerdem gilt es zu entscheiden, ob diese in meinem individuellen Set derzeit zu platzieren sind, und für die übergeordneten Ziele des aktuellen Quartals einen höheren Nutzen stiften. Zudem machen OKRs transparent wofür Ressourcen investiert werden, wodurch Entscheidungen bezüglich neuer Vorhaben, sowohl auf individueller als auch höher angesiedelter Ebene, positiv beeinflusst werden. Eine IT-Abteilung braucht sich innerhalb eines Sprints nicht mit einer neuen Buchhaltungssoftware auseinanderzusetzen, wenn sie keine entsprechenden Server hat und die veraltete Website keinerlei Buchungen generiert.

Weiterhin bieten OKRs jedem Mitarbeiter die Möglichkeit seinen Erfolg zu messen, indem sie dabei helfen, dessen Messgrößen im Vorfeld klar zu definieren und abzugrenzen. OKRs adressieren Erwartungswerte und verbessern interne Abstimmungsprozesse. Lautet eine Objective beispielsweise „neues Kundensegment Online-Marketers erobern“, so kann diese mit einer genauen Anzahl an generierten Leads als Key Result behaftet werden, sodass nach einer Abstimmung die Erwartungswerte eines Vorgesetzten mit jenen seiner Mitarbeiter einen gemeinsamen Nenner vorweisen, da Erfolg und Messgrößen im Vorfeld klar festgehalten worden sind.

Zusammenfassung: OKR Vorteile

Durch den Einsatz von OKR sichert sich ein Unternehmen gleich mehrere Vorteile. Allen voran erschafft das Unternehmen natürlich ein klares Ziel für jeden Mitarbeiter. Das stärkt den Zusammenhalt und das eigenständige Handeln, da jeder weiß, worauf hingearbeitet wird. Zudem profitieren sowohl das Unternehmen, als auch die Angestellten von der erhöhten Transparenz, die zu mehr Motivation führen kann. Mehr zu OKR kannst du dir in unserem Agile Heroes Education Video zum Thema anschauen.

 

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