Lean Startup – Was ist es und wie funktioniert es?

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Wie gründe ich ein Unternehmen? Eine Frage, die sich viele Menschen stellen. Lean Startup hat dazu ein Framework entwickelt, durch das möglichst schlank der meiste Fortschritt erzielt werden soll und dadurch auf agile Weise ein überlebensfähiges Produkt und Unternehmen entsteht. In diesem Blogartikel erklären wir dir, wie Lean Startup funktioniert. Aber vergiss nicht, auch unser YouTube Video dazu anzusehen!

Schlank, also lean starten und sich stetig verbessern

Die Lean Startup Weise, ein Unternehmen zu gründen besagt, so wenig Kapital wie möglich in den Start zu stecken. Man soll „schlank“ (so kann man lean ins Deutsche übersetzen) starten und dann in kurzen Zyklen und mit viel Feedback Verbesserungen erzielen.

Man beginnt also mit dem sogenannten MVP, dem Minimum Viable Product. Zu Deutsch: Das Minimal Überlebensfähige Produkt.

Mit der möglichst frühen Veröffentlichung des Produktes oder des Service sollen auch dementsprechend früh Rückmeldungen und daraus Ideen für die Weiterentwicklung entstehen.

Diese Vorgehensweise mag für viele risikoreich und unkonventionell klingen, denn lange war es so, erst ein ausgereiftes Produkt zu entwickeln, bevor es auf den Markt kommt. Lean Startup hält das für nicht effizient.

Feedback erzielen: Der Kern von Lean Startup

Anstatt also viel Arbeit, Zeit und Geld in den Launch eines Produktes zu stecken, hofft man zu Beginn, für sein MVP viel Feedback zu erzielen, an dem man sich orientieren kann. Durch die reduzierten Produktzyklen und dem Fokus auf Kunden und deren Erwartungen  kann schnell und agil auf Kundenwünsche und Anregungen reagiert werden.

Lean Startup Zyklus

Bauen – Messen – Lernen

Der Prozess von Lean Startup findet in drei Phasen statt:

  1. Bauen
  2. Messen 
  3. Lernen

Ähnlich wie bei SCRUM’s drei Säulen (Transparenz, Überprüfung, Adaption) baut auch der Lean Startup Ansatz auf ständige Verbesserung auf: Bauen, Messen, Lernen. Die 3 Phasen des Zyklus fassen zusammen, worauf Lean Startup beruht: Eine Idee wird schnell und möglichst reduziert, ohne großen Aufwand in ein Produkt verwandelt (build). Dann wartet man auf Reaktionen von außen, nimmt diese auf und wertet sie aus (measure), bevor man seine Ergebnisse daraus analysiert (learn) und umsetzt. Und das wird wiederholt.

In iterativen Prozessen wir das Produkt also ständig getestet und adaptiert.

  1. Bauen

Sich beim sogenannten „Bauen“ zurückzuhalten wird für viele Unternehmer und Entwickler nicht gerade leicht sein. Denn man hat doch so viele Ideen! Allerdings wissen Entwickler vor dem Launch eines Produktes noch gar nicht, ob diese Ideen vom Kunden überhaupt gewünscht sind. Deswegen ist hier der wichtigste Schritt, tatsächlich „lean“ zu bleiben und erst nach und nach und auch nur aufgrund von entsprechendem Feedback aufzustocken und neue Updates, Verbesserungen und Adaptionen zu integrieren.

  1. Messen

Im zweiten Schritt des Lean Startups geht es darum, gut und sauber zu messen. Dabei ist es wichtig, sich bereits bei der Entwicklung darüber im Klaren zu sein, wie und anhand welcher Variablen man später messen wird und wo hier das Kundenfeedback wichtig ist.

  1. Lernen

Zu guter Letzt lernt man aus den gewonnenen Daten. Auch hierbei ist es hilfreich, bereits im Vorfeld besprochen zu haben, wie man mit welchen Ergebnissen umgehen will und kann. Nach der Analyse der Daten können nämlich beispielsweise manche Annahmen als widerlegt bezeichnet werden, oder umgekehrt. Hat man seine Messergebnisse erst fertig verwertet, kann man sich an die Umsetzung machen.

Und dann startet der Zyklus vor vorne.

Ein Lean Startup Zyklus reicht nicht

Personen, die mit Lean Startup arbeiten und beispielsweise ein Unternehmen damit gründen dürfen nicht ungeduldig sein. Die Methode erfordert viele Zyklen und zahlreiche „Neustarts“. Doch genau so erhält man auch die meisten Daten und Ergebnisse, durch die man sein Produkt oder seinen Service stetig verbessern kann. Wer hier also entschlossen bleibt und an seiner Strategie festhält, kann bald tolle Ergebnisse erzielen und ständig ein neues, verbessertes Produkt „launchen“.

Lean Startup Geschichte

Der Lean Startup Trend geht zurück auf Eric Ries und sein Buch „The Lean Startup: How Today’s Entrepreneurs Use Continious Innovation to Create Radically Successful Businesses“, das 2008 erschien. 2011 brachte er das Buch „The Lean Startup“ dazu heraus, in dem er die Strukturen und die Basis dazu erläutert. Schnell schwappte der Trend aus den USA nach Europa über. Denn auch hier wurden Branchen immer schneller und Produkte immer kurzlebiger, was auch von Unternehmern verlangte, schneller reagieren zu können. Nicht zuletzt deswegen ist agiles Projektmanagement weltweit so verbreitet und beliebt.

Möchte man stets agil Arbeiten, kann Lean Startup der Zwischenschritt zwischen der Entwicklung und des späteren Arbeitsalltages sein. Denn währen beispielsweise Design Thinking bei der Produktentwicklung und Ideenfindung ist, dient Scrum meist dazu sein Unternehmen agil zu managen.

Mehr zum Thema am Agile Heroes YouTube Kanal

Mehr zu Lean Startup und anderen agilen Themen findet ihr auf dem Agile Heroes YouTube Kanal!

Im folgenden Video erklärt dir Agile Heroes Co-Founder Fabian Kaiser nochmal kurz und knackig alles Wichtige zu Lean Startup! Schau doch rein!

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