Empirische Prozesskontrolle: Was ist die empirische Prozesskontrolle?

scrum-empirische-prozesskontrolle

In diesem Blogartikel möchten wir dir erklären, wie die empirische Prozesskontrolle stattfindet, auf welchen 3 Säulen sie aufbaut und warum sie ein solch wichtiges Tool im Management agiler Projekte, insbesondere bei SCRUM darstellt.

SCRUM und die empirische Prozesskontrolle

Die empirische Prozesskontrolle ist eines der wichtigsten Instrumente im Management agiler Projekte. Sie dient der Qualitätssicherung, beziehungsweise der stetigen Verbesserung der Projektbearbeitung. Die Empirical Theory, wie sie auf Englisch genannt wird, ist „die DNA von SCRUM“, sagt Roman Simschek, Co-Founder der Agile Heroes und betont damit die Wichtigkeit dieses Teils im agilen Projektmanagement. Die empirische Prozesskontrolle bildet im Grunde die Basis von SCRUM und ermöglicht so den Erfolg der Methode.

Sinnvoll ist sie bei Projekten, in denen Unvorhersehbarkeiten auftauchen können und in denen es zu Situationen kommen kann, in denen man schnell und flexibel reagieren muss. Vor allem neue Projekte, bei denen schwer einzuschätzen ist, wie sich der Prozess entwickeln wird, werden am besten agil gemanagt. Das geht nicht ohne die empirische Prozesskontrolle.

Agilität baut auf Empirie auf

Empirie bedeutet Wissen aus Erfahrung. Und genau das soll durch die empirische Prozesskontrolle geschaffen werden. Mit dem Wissen, das man dadurch erlangt, können die darauffolgenden Prozesse stetig verbessert werden.

Vergleichbar ist das Konzept, sagt Roman Simschek, mit einem Raum, der mit einem Thermometer, einer Klimaanlage und einer Heizung ausgestattet ist. Das Thermometer misst konstant die Temperatur des Raums und gibt dann Signale an Heizung oder Klimaanlange weiter, um den Raum auf die Solltemperatur aufzuwärmen oder abzukühlen.

Die 3 Säulen der empirischen Prozesskontrolle

Damit diese immer fortwährende Kontrolle und Verbesserung reibungslos funktioniert, muss auf 3 wichtige Punkte geachtet werden, die man als die drei Säulen der empirischen Prozesskontrolle bezeichnet.

Die 3 Säulen der empirischen Prozesskontrolle sind:

  1. Transparenz

  2. Überprüfung /Inspektion

  3. Anpassung/Adaption

Transparenz

Genau wie einer der 5 Werte von SCRUM gehört Transparenz auch zu den Grundbausteinen der empirischen Prozesskontrolle. Nur wer sichtbar und offen für alle arbeitet und während des gesamten Prozesses transparent bleibt, kann erfolgreich und ohne großen (Nach)Aufwand erfolgreich ein Projekt managen. Wenn alle Beteiligten stets das gesamte Ausmaß im Blick behalten können und dieselbe Sprache sprechen, kann das Scrum Team optimal agil arbeiten.

Durch die gegebene Transparenz ist es möglich, danach problemlos zu überprüfen und zu adaptieren.

Überprüfung/Inspektion

Bei der Überprüfung des Prozesses kann man feststellen, wie erfolgreich der Sprint ist und was verbessert, oder verändert werden kann und muss. Die Regelmäßigkeit der Überprüfung muss gut gewählt werden. Denn zu häufige Inspektionen können einen negativen Einfluss auf den Prozess nehmen. Trotzdem muss man Inspektionen oft genug abhalten, um alle schädlichen Abweichungen des Prozesses feststellen zu können.

Anpassung/Adaption

Nachdem der Prozess überprüft wurde, nimmt man so schnell wie möglich die notwendigen Anpassungen vor. Der Prozess wird angepasst und dadurch verbessert und der agile Lernzyklus kann weitergehen.

Ohne empirische Prozesskontrolle, keine Agilität!

Die empirische Prozesskontrolle muss also Teil eines jeden agilen Projektes sein. Tatsächlich kann man ein Projekt eigentlich nicht als agiles Projekt bezeichnen, wenn man nicht eine solche Kontrolle in allen Iterationen durchführt. Denn nur so kann Agilität funktionieren.

Um im Beispiel des Raumes mit dem Thermometer zu bleiben:

Damit der besagte Raum stets seine Solltemperatur behält, zeigt das Thermometer transparent an, wie warm oder kalt es denn tatsächlich gerade ist. Diese Temperatur wird überprüft, genauso, wie die Solltemperatur. Anschließend sendet es dementsprechend Signale und die Heizung oder die Klimaanlage setzen sich in Gang – es wird also angepasst.

Dieses Konzept der empirischen Prozesskontrolle kann in den verschiedensten Prozessen implementiert werden. Es bietet ein Framework, das sich für diese nutzen lässt.

Der Unterschied zur klassischen Prozesssteuerung

Die agile Prozesskontrolle ist aber nicht bei jeder Art von Projekt die sinnvollste Methode. Bei Prozessen, die grundsätzlich unveränderlich sind, sobald der Ablauf feststeht muss man meist auch nicht so flexibel sein und schnell reagieren können. Bei der Herstellung eines Produktes, bei der es nur einen richtigen Ablauf gibt, kann die klassische Prozesssteuerung mehr Sinn machen. Es geschehen eher selten unvorhergesehene Situationen, bei denen man agil reagieren muss und man kann seiner “klassischen” Arbeitsweise treu bleiben.

Wenn die Nachfrage nach diesem Produkt auch noch stetig gleichbleibt, kann man klassisch seinem Ablauf folgen und muss wahrscheinlich sehr wenige Änderungen und Anpassungen im Prozess vornehmen.

Die empirische Prozesskontrolle schnell erklärt – auf YouTube

Auf dem Agile Heroes YouTube Kanal erklärt dir Co-Founder Roman Simschek die empirische Prozesskontrolle nochmal kurz und knackig. Schau vorbei und finde viele weitere, interessante Videos rund um das Thema Agilität!

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog, SCRUM und getaggt .